Bereits im XNUMX. Jahrhundert leistete Professor D'Arsonval einen großen Beitrag zum aufstrebenden Gebiet der Elektrophysiologie, der Untersuchung der Auswirkungen von Elektrizität auf biologische Organismen.
D'Arsonval wurde im Château de la Borie in La Porcherie, Haute Vienne, Frankreich, geboren. Er studierte Medizin in Limoges und Paris und erhielt 1877 seinen Doktortitel in Medizin. Von 1873 bis 1878 war er Assistent von Claude Bernard, einem der Begründer der experimentellen Physiologie. Nach Bernards Tod assistierte er Charles-Edouard Brown-S'Equard (1817-1894), wo er Vorlesungen hielt, und als Brown-S'Equard 1894 starb, ersetzte er ihn als Professor am College de France.
Unter dem Einfluss von Bernard beschloss D'Arsonval, sein Leben der Forschung zu widmen. 1892 wurde er Direktor des neuen biophysikalischen Labors am College de France und blieb in dieser Position bis 1910. Seine Hauptbeiträge lagen in der Elektrophysiologie. Ab 1889 führte D'Arsonval erste Untersuchungen zu den physiologischen Auswirkungen von Wechselstrom auf den Körper durch. Er entdeckte, dass Ströme mit einer Frequenz über 5000 Hz keine Muskelkontraktionen und die nervenstimulierende Wirkung eines Elektroschocks hervorrufen. Stattdessen schienen sie wohltuende Wirkungen zu haben. Er war ein Pionier auf dem Gebiet der therapeutischen Nutzung hochfrequenter Ströme im Körper und begründete damit das Gebiet der Elektrotherapie. Er entwickelte einen Resonanzapparat zur Erzeugung von Strömen von 0,5–2 MHz, sogenannte „D'Arsonval-Ströme“, für eine Therapie, die als „D'Arsonvalization“ bekannt wurde.
Bei der D'Arsonvalisation handelt es sich um eine Elektrotechnologie, die durch gepulste Beaufschlagung des Körpers mit Hochspannung (20 bis 40 kV) und Frequenz (110 bis 140 kHz) sowie geringer Kraft (0,015 bis 0,2 A) eine schmerzlose therapeutische Wirkung erzielt. Später wurde es zur Diathermie verwendet. Die kapazitive Diathermie oder Tiefenwärme ist eine unverzichtbare Behandlungsmethode in der Physiotherapie.